Erinnern und Vergessen

Flying Science im Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt, Martinsgasse 2
24. März bis 14. April 2011, jeden Donnerstagabend um 19 Uhr

Erinnern oder Vergessen? Das ist hier nicht die Frage. Flying Science stellt in dieser Reihe die beiden Begriffe nicht gegenüber, sondern untersucht das Spannungsfeld zwischen den beiden.

Erinnern und Vergessen? Spannend wird die Frage, auf wen sich diese Verben beziehen: Auf einzelne Menschen, auf Gemeinschaften, auf Kulturen? Und wie sieht das mit Alzheimer oder dem kulturellen Gedächtnis aus? Es macht doch schon einen Unterschied ob die Arbeit ein Gehirn oder ein Archiv macht.

Erinnern mit Vergessen? Die alten Griechen kannten die Figur der Lethe — als Personifikation der Vergesslichkeit. Sie ist Gegen- bzw. Mitspielerin der Mnemosyne, die für das Gedächtnis steht. Erinnern heisst ja nicht, dass man sich alles merken kann.

Vergessen durch Erinnern. Drehen wir deshalb zum Schluss noch den Spiess um. Um Neues zu schaffen, braucht es Altmaterial — jeder Gärtner weiss, dass ein Garten nur so gut ist wie sein Komposthaufen. In dem Sinne verstehen wir auch den Slogan des Philosophen Odo Marquard: «Zukunft braucht Herkunft».

Viermal gehen wir dem Erinnern und dem Gedächtnis nach — und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als das Staatsarchiv?

«Im Menschen ist nicht alles Gedächtnis, sondern Erinnerung.»
Thomas von Aquin, Über die Seele

Donnerstag, 24. März 2011
Esther Baur
Leiterin Staatsarchiv Basel
Mission Gedächtnis 

Donnerstag, 31. März 2011
Prof. Dr. Hans J. Markowitsch
Universität Bielefeld, Abteilung für Psychologie, Physiologische Psychologie
Erinnern im Hirn Dr. Hans J. Markowitsch

Donnerstag, 7. April 2011
Dr. Gerd B. Achenbach
Gründer der Philosophischen Praxis, Bergisch Gladbach
Man muss grosszügig vergessen können, um sich gut zu erinnern.
Eine kleine philosophische Zwischenrede
 
Referat Dr. Gerd B. Achenbach

Donnerstag, 14. April 2011
Dr. med. Sibylle Bertoli
Universitätsspital Basel, Memory Clinic
Dem Gedächtnisverlust auf der Spur Referat Dr. med. Sibylle Bertoli

Die Kurzvorträge sind mit freiem Eintritt. Sie dauern etwa 30 Minuten; anschliessend besteht beim Apéro die Möglichkeit zum Gespräch.

Wir bedanken uns bei:
Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, Staatsarchiv – Dr. Daniel Hagmann; www.tapetenweksel.de – Aksel Pedersen; Diane Eaton; www.druckzentrumlaufen.ch;
www.mediaton.ch – Raphael Zehnder; www.cavahispania.ch – Felix Henschen;
www.herzog-wortgut.ch – Eveline Herzog; Optik Aebischer; Claire Sturzenegger-Jeanfavre Stiftung; Stiftung Science et Cité; Schweizerische Stiftung für den Doron Preis

Aktuelles Programm: www.flyingscience.ch
Newsletter-Abo: servus@flyingscience.ch